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Update Corona-Unterstützungen

Anlässlich des derzeitigen Lockdowns wurde von der Bundesregierung die Verlängerung von Wirt­schafts­hilfen zugesagt. Die entsprechenden Verordnungen sind noch nicht verfügbar, jedoch wurden die Eckdaten bereits bekanntgegeben. In unserem Sonderartikel wollen wir Sie daher über die angekündigten Corona-Hilfen informieren.

Auf eine besonders wichtige Frist wollen wir gleich eingangs hinweisen: wenn Sie die Kurzarbeit während des Lockdowns beantragen wollen, kann diese ausnahmsweise rückwirkend bis 14 Tage, spätestens jedoch bis 15. Dezember 2021, beantragt werden. Bitte setzen Sie sich mit unserem Team in der Personalverrechnung umgehend in Verbindung.

Welche Wirtschaftshilfen sind auf Grund des Lockdowns geplant?

Das Finanzministerium hat auf seiner Website folgende Hilfen für Unternehmen, die vom 4. Lockdown betroffen sind, angekündigt:

Ausfallsbonus III

Bei einem Umsatzeinbruch von mindestens 40% im Vergleich zum identen Monat des Jahres 2019 (für November 2021, Dezember 2021 und März 2022) und 2020 (für Jänner und Februar 2022) kommt je nach Branche eine Ersatzrate von 10% bis 40% zur Anwendung (gedeckelt mit € 80.000,00 pro Kalendermonat, Anrechnung der Kurzarbeitsbeihilfe). Der Ausfallsbonus III wird für die Monate November 2021 bis März 2022 eingeführt und kann ab 16. Dezember 2021 beantragt werden.

Verlustersatz

Bei einem Umsatzeinbruch von mindestens 40% im Vergleich zum identen Monat des Jahres 2019 kommt eine Ersatzrate von 70% bis 90% des Verlustes zur Anwendung. Die Verlängerung des Verlustersatzsatzes erfolgt von Jänner 2022 bis März 2022. Ab Anfang 2022 kann ein Antrag gestellt werden. Die Auszahlung erfolgt in zwei Tranchen, wobei bei der ersten Tranche 70% des voraussichtlichen Verlustersatzes ausbezahlt werden.

Härtefallfonds

Hier muss ein Einkommensrückgang von mindestens 40% vorliegen bzw. die laufenden Kosten können nicht gedeckt werden. Die Ersatzrate liegt bei 80% des Nettoeinkommensentganges plus € 100,00. Der maximale Rahmen liegt bei € 2.000, der Mindestbetrag bei € 600,00, der Zeitraum reicht von November 2021 bis März 2022.

Corona-Kurzarbeit

Die Corona-Kurzarbeit ist bis Ende des Jahres 2021 aufrecht. Hier gibt es auf Grund des Lockdowns einige Erleichterungen und Verbesserungen. In direkt betroffenen Branchen soll die Beihilfe in Höhe von 100% zustehen. Über eine Gestaltung dieser Maßnahme danach wird verhandelt. Was bislang bekannt ist:

  • Rückwirkende Antragstellung: Unternehmen, welche die Kurzarbeit während des Lockdowns beginnen, können den Antrag rückwirkend bis zu 14 Tage ab Beginn der Kurzarbeit stellen, spätestens jedoch mit Ablauf des 15.12.2021 (in OÖ 19.12.2021).
  • Die Genehmigung von Arbeitsausfällen von durchschnittlich mehr als 90% in vom Lockdown direkt betroffenen Branchen ist erst im Nachhinein möglich. Im Begehren ist der Arbeitsausfall jedenfalls mit höchstens durchschnittlich 90% zu beantragen. Die Überschreitung des Arbeits­zeit­ausfalls von durchschnittlich 90% ist nur zulässig, wenn in den übrigen Abrechnungs­monaten jeweils nicht mehr als 90% Ausfallsstunden vorliegen.
  • Besonders betroffene Unternehmen mit einem laufenden Kurzarbeitsprojekt können einen Antrag auf Änderung einer laufenden Beihilfe mit der Begründung „Betretungsverbot“ (Auswahl im eAMS-Konto) stellen.
  • Es entfällt die Pflicht, die wirtschaftliche Begründung durch SteuerberaterInnen, Wirtschafts­prüfer und gewerbliche Bilanzbuchhalter bestätigen zu lassen für:
    • alle Unternehmen, die Kurzarbeit nur für die Zeit des Lockdowns beantragen,
    • vom Lockdown direkt betroffene Unternehmen, deren Kurzarbeit während des Lockdowns beginnt (eine Liste der direkt betroffenen Branchen finden Sie hier)

Für Unternehmen, die nicht direkt betroffen sind, empfiehlt es sich, Kurzarbeit bis zum voraussichtlichen Ende des Lockdowns zu beantragen (12.12.2021 bzw. in Oberösterreich 17.12.2021).

  • Direkt betroffenen Branchen steht bis 31.12.2021 die ungekürzte Beihilfe bis 100% zu, anstatt 85% der in der Phase 4 ausbezahlten Beihilfe.
  • Änderungsbegehren hinsichtlich der Erhöhung der Ausfallstunden auf über 50% können bis Ende des aktuellen Kurzarbeitszeitraums eingebracht werden.
  • Für Betriebe, die in der Zeit von 01.04.2021 bis 30.06.2021 nicht in Kurzarbeit waren, entfällt das vorhergehende Beratungsverfahren. Im AMS-Webportal soll bis zur technischen Adaptierung die Frage „Beratungsverfahren abgeschlossen“ mit „JA“ beantwortet werden.
  • Für die Monate November und Dezember 2021 entfällt die Verpflichtung für alle Unternehmen, mindestens 50% der Ausfallzeit von kurzarbeitenden Lehrlingen für Weiterbildungsmaßnahmen zu nutzen.

Auf Pressekonferenzen wurde unter anderem auch über folgende Unterstützungen informiert:

  • Möglichkeit zur Dienstfreistellung von Dienstnehmern mit Vorerkrankungen.
  • Der NPO-Fonds soll bis März 2022 (Q4 2021 und Q1 2022) verlängert werden.
  • Beim Veranstalterschutzschirm soll es eine verlängerte Antragstellung bis 30.6.2022 für Veranstaltungen bis zum 30.6.2023 geben.
  • Die Antragstellung zum Haftungsmodell von Filmproduktionen (Comeback-Zuschuss Film) wird bis 30.6.2022 verlängert und soll bis 31.12.2022 gültig sein.
  • Die Überbrückungsfinanzierung für Künstler und Kunstschaffende bei der SVS soll verlängert werden für November 2021, Dezember 2021 und das erste Quartal 2022. Die Auszahlung erfolgt analog zum Härtefallfonds (€ 600,00), in Lockdown Monaten € 1.000,00.
  • Der Künstlersozialversicherungs-Fonds (KSVF) soll bis zum Q1 2022 verlängert werden.

ACHTUNG: Die geförderten Unternehmen müssen sich an die COVID Bestimmungen halten. Bei einer Verwaltungsstrafe wegen Verstößen müssen die Hilfen für den jeweiligen Monat zurückbezahlt werden.

Hinweis: Dieser Artikel ist auf dem Stand 22.11.2021 und gibt nur einige Eckpunkte der geplanten Änderungen der Fördermaßnahmen wieder. Die Veröffentlichung der detaillierten Regelungen bleibt abzuwarten.

Für nähere Auskünfte, offene Fragen und sonstige Unterstützungsleistungen steht Ihnen Ihr Team von PKF Österreicher & Partner sehr gerne zur Verfügung!
 

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